Literatur ins Museum

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Inmitten unseres Raumes, umgeben von vier schönen Holzpfosten, den letzten Originalelementen der alten Mühle, schweben Bilder. Porträts und Familienbilder aus der Fotosammlung. Durch die Bilder werden Fragen auf den Boden projiziert: Wer sind sie? Woher kamen sie? Wo sind sie geblieben?

Die Fragen sind die Fragen der Kuratoren an die Bilder. Fragen, die wir nicht beantworten können, denn wir haben überhaupt keine Dokumentation zu den Aufnahmen.

Es sind 30 Aufnahmen, die wir aus etwa 1000 ausgewählt haben. Je länger wir die Bilder uns angeschaut haben, desto mehr wollte ich die Geschichten hinter diesen Gesichtern kennen.

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Das ist eins von meinen Lieblingsstücken. Wieviel Kraft und Mut hat diese Frau in ihren Augen. Und der große Sohn? Er ist bereit den Photographen zu treten, wenn er was Falsches machen sollte…

Im Mai 2015 haben wir diesen Ausstellungsteil eröffnet, und ich wusste schon, ich muss irgendwie die fehlenden Erinnerungen zu den Bildern ersetzen. Ein halbes Jahr lang habe ich am Projektplan geschliffen, und Anfang dieses Jahres habe ich eine Zusage vom IfA bekommen. Das Projekt heißt Geschichten für zwei Stimmen, und am 9. Dezember 2016 haben wir die feierliche Übergabe.

Wir haben einen Aufruf veröffentlicht, Autoren eingeladen, Geschichten zu unseren Bildern zu schreiben. 17 Autoren haben 21 Werke eingesandt. Wir mussten eine Auswahl treffen. Acht Geschichten kommen in die Ausstellung. Sie wurden vorgelesen und können dann in Hörstationen angehört werden.

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Das Museum hat über 50 Jahre lang ein von der Politik vorgeschriebenes Einheitsbild der ungarndeutschen Kultur nachgezeichnet. Es war nicht im stande die einzelnen Schicksale, Erinnerungen zu dokumentieren. Es ist praktisch unmöglich die fehlende Dokumentation zu ersetzen.

Die Literatur übernimmt hier die Aufgabe des kollektiven Gedächtnisses.

Verfasser: Kuti Klára | 2017. 01. 11. 10:07

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