Geschichtsträchtiges Museum

Das Museum für ungarndeutsche Kultur wurde 1972 gegründet. Es war die Hochblüte des Kadarismus, der zynischen Diktatur. Die Gründung des Museums folgte wohlüberlegten politischen Interessen, wie der Ostpolitik der Bundesrepublik, der Vorzeigepolitik der Minderheitenfrage in Osteuropa und der Museumspolitik des Landes Ungarn.

 

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Das Museumsgebäude, eine alte Mühle

 

So entstand die politisch gesteuerte ethnographische Sammlung einer deutschen Bauernkultur, obwohl die deutschsprachigen Gruppen vielschichtiger waren. Weder das deutsche Bürgertum, noch die Kultur der Bergleute oder der Industriearbeiter wurden hier thematisiert.

Wanderausstellung des Museums in Berlin, 1980er Jahre

Die Sammlung zeigt das gespaltene Gedächtnis der damaligen Ideologie. Etwa 20 Jahre verbrachte das Museum in diesem politischen Millieu.

In den nächsten 20 Jahren, also etwa ab den 90er Jahren vegetierte das Museum nur so vor sich hin: ohne Konzeption, ohne Dokumentation, ohne seinen Platz zu suchen oder zu finden. Das war die Epoche der politischen Wende, des Wiedererwachens der ethnischen Gruppenzugehörigkeit oder der zweiten Moderne.

2012 war es bereits fast so weit, dass das Museum gänzlich aufgelöst wird. Doch die Stadtverwaltung nahm die Trägerschaft an und startete einen Neuanfang.

2014 bekam ich hier ein Job als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Besteht die Chance den institutionellen Rahmen mit neuem Sinn zu füllen?

Verfasser: Kuti Klára | 2017. 01. 11. 09:56

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