Publikum: Betrachter oder Gestalter?

Wer sind eigentlich die Besucher von Minderheitenmuseen? Meistens sind die Besucher selber Mitglieder der Minderheitengruppen, die ihre eigene Vergangenheit und Kultur aufarbeiten und pflegen wollen. Wer soll aber die Geschichte und die Kultur von ethnischen Minderheiten schützen, aufbewahren und ausstellen? Da wird es schon interessant! Man könnte meinen, dass die Minderheitenorganisationen dafür allein zuständig wären. Aber die Gesetze der Nationalstaaten übernehmen meistens diese Aufgaben. Auch das Rechtssystem der Titularnationen kann eigene Verpflichtungen bekanntgeben. Demnach sollte man meinen, dass diese staatlich und zwischenstaatlich ausgeführten Bildungspflichten jeden betreffen.

Auf dieses wechselseitige Verhältnis von Mehrheit und Minderheit weist unsere Dauerausstellung hin.

Die Zugehörigkeit zur Minderheit oder Mehrheit, Ab- und Ausgrenzung, Integration oder Assimilation sind komplexe Erscheinungen. Wer kann sich nicht daran erinnern, was für ein Gefühl es war, in der Schulklasse ausgegrenzt oder ausgelacht zu werden. Wer kann sich nicht daran erinnern, wie sehr man sich wünschen konnte, zu der tonangebenden Clique zu gehören. Wer kann sich nicht daran erinnern, wie es ist, zu sich selbst zu stehen. Diese Gefühle sind jedem bekannt, wenn auch immer in unterschiedlichen Kontexten.

Dieses Video visualisiert auch unser Anliegen:

Durch unsere partizipatorische Online-Ausstellung  wollen wir als Museum darauf verzichten, allein über die menschliche Emotionen zu erzählen. Zugehörigkeit zur Heimat, Mut zum Aufbruch, der Wunsch nach Ankunft, das Vertrauen an Freunden, die unerschütterliche Sicherheit der Familie, der Zwang zum Überleben, der Schmerz an Verlust usw. sind alles emotionale Faktoren der Migrationsgeschichten. Wir als Museum haben es unserem Publikum überlassen, über solche Erlebnisse zu erzählen. Wir wollen nur den Handlungsrahmen dafür bereitstellen.

Verfasser: Kuti Klára | 2017. 07. 19. 12:27

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Felder mit * sind erforderlich.

Kommentare

No comments yet.

A honlap további használatához a sütik használatát el kell fogadni. További információ

A süti beállítások ennél a honlapnál engedélyezett a legjobb felhasználói élmény érdekében. Amennyiben a beállítás változtatása nélkül kerül sor a honlap használatára, vagy az "Elfogadás" gombra történik kattintás, azzal a felhasználó elfogadja a sütik használatát.

Bezárás