Das Grab eines deutschen Soldaten

Mein Großvater war Soldat im Ersten Weltkrieg, er kämpfte auch an der italienischen Front und auch gegen die Russen. Er hat es überlebt. Er war verwundet, und das wirkte auf sein ganzes Leben hinaus, um Leid, Hunger, Heimweh und Furcht nie wieder vergessen zu können. Er hat stets den Befehl befolgt. Eines Tages traf er einen Kameraden. Er war Ungarndeutscher, ein Bauerbursche, genau wie mein Großvater auch. In Zivil war das Leben der beiden ziemlich ähnlich. Beide kehrten nach dem Krieg zurück zur Landwirtschaft. Im nächsten Krieg trafen sich die Söhne, Sándor und Josef, der beiden Kameraden zufällig. Sie wurden in einer Kampfaktion zusammen eingesetzt. Josef wurde getroffen und starb. Es war ganz in der Nähe von Sándors Heimatdorf, und Sándor nahm den Gefallenen mit nach Hause. Die russische Front näherte sich dem Dorf, es wimmelte nur von Spitzeln. Mein Großvater und mein Vater haben sich beschlossen, den gefallenen Soldaten mitten in der Nacht heimlich im alten Friedhof zu beerdigen. Das Grabkreuz haben sie mit ins Grab gelegt. (DI, übers. NNM)

[Die ungarndeutsche Familie wurde nach dem Krieg aus Ungarn vertrieben. Erst in den 60-er Jahren wurden sie vom Roten Kreuz benachrichtigt, wo ihr Sohn begraben liegt. Der Vater von Josef suchte die Ortschaft auf, er traf seinen Kriegskameraden aus dem Ersten Weltkrieg, der seinen Sohn beerdigt hat, und als er selber starb, ließ er sich neben seinen Sohn begraben. Der Zweite Weltkrieg, die darauffolgenden Bevölkerungsverschiebungen und die Diktaturen haben Millionen Menschen das unverjährbare Recht verweigert in ihrer Heimat begraben zu werden. Es gibt viele, die zum Sterben nach Hause kehren wollen. Es gibt viele, die dort zu Hause sind, wo ihre nächsten Verwandten begraben wurden. Es gibt viele, denen es reicht zu wissen, dass ihren Familienmitgliedern die letzte Ehre auch in der Fremde erwiesen wurde. (NNM)]

Das Grab eines deutschen Soldaten
Ein Brief aus der VergangenheitDas Nähkästchen

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