Wandbehang

  • Tulajdonos: Privatbesitz
  • Használat ideje: seit 1928 bis heute

Der auf dem Bild abgebildete Wandbehang wurde von meiner Uroma im Jahr 1928 gestickt. Gegenwärtig dient dieser als Gewürzregal, mit einer äußerst spannenden Lebensgeschichte. Diese möchte ich euch nun erzählen.Die Geschichte des Wandbehangs begann wie viele andere Geschichten, mit einer Liebesgeschichte in der zweiten Dekade des 20. Jahrhunderts. So geschah es, dass Anna Korb und Johan Klein sich ineinander verliebten. Schnell wurde aus der Liebe eine Ehe. Der Erste Weltkrieg zerstörte diese jedoch, da Johan in die Armee eingezogen wurde. Dort wurde er verwundet und kam in ein Lazarett. Nach seiner Genesung durfte er wieder zu seiner Ehefrau zurückkehren. Die Geburt seiner Tochter konnte  er nicht miterleben, da er zurück an die Front gerufen wurde. Während er an der Front kämpfte, ist seine Tochter Anna geboren, die ein sehr schönes Kind war. Nach Kriegsende ist Johan in Kriegsgefangenschaft geraten. Nach Abschluss der Gefangenschaft konnte er es kaum erwarten, seine Frau und seine Tochter wieder in die Arme schließen zu können. Der Nachhauseweg glich einem Abenteuer. Eine Brücke, die über einen großen Fluss gebaut worden war, wurde zerstört. Johan und die ehemaligen Mitgefangenen hatten zwei Möglichkeiten: einen großen Umweg zu machen, oder den Fluss zu durchschwimmen. Sie wählten letztere Option. Dies hatte zur Folge, dass Johan sich eine Lungenentzündung zuzog, woran er wenig später starb. So geschah es, dass die kleine Familie auseinandergerissen wurde.

Im Jahr 1928 hat Annas Mutter erneut geheiratet und einen Wandbehang gestickt, den sie über das Waschbecken aufhing. Darauf hat sie – mit einem Rechtschreibfehler – „Guden Morgen” gestickt. Sie schrieb alles nach Gehör nieder. Auch hat sie die Namen der Familienmitglieder und die Blumen der Wiese auf den Wandbehang gestickt. So ist ein Wandbehang entstanden, den zwei Generationen als eingerahmten Handtuchhalter benutzt haben. Ich bin auch so aufgewachsen, dass ich morgens die gestickten Blumen meiner Uroma über dem Waschbecken gesehen habe. Den Wandbehang wollte mir meine Uroma Mitte der 1980er Jahre schenken. Sie hat ihn auch aus seinem Bilderrahmen genommen, wollte ihn aber letztendlich behalten. Mir hat sie gesagt, dass der Wandbehang bei der Wäsche kaputt gegangen ist. Als ich 2011 den Nachlass meiner Eltern ordnete, habe ich den Wandbehang sorgfältig verpackt, wiedergefunden. Ich habe Textilien noch nie restaurieren lassen, auch Bekannte konnte mir nicht weiterhelfen. So habe angefangen, einen Restaurator zu suchen, der mir dabei hilft, dieses Familienerbstück zu retten. Der Prozess der Restaurierung gestaltete sich als ein sehr schwieriger, langwieriger Prozess.  Zuerst wurde der gestickte Wandbehang des Handtuchhalters fertiggestellt. Nach der Fertigstellung schrieb mir der Restaurator:

„Ich bin mit dem Wandbehang fertig geworden. Zur Information möchte ich Ihnen ein paar Bilder schicken. Ich habe versucht – so gut es geht – die Deformierung des Wandbehangs aufzuheben und das ursprüngliche Format wiederherzustellen. Als Untersetzer habe ich einen säurefreien Karton verwendet, den ich mit Baumwolle überzogen habe. Darauf habe ich den gereinigten Wandbehang aufgenäht (Bei dem Reinigungsprozess habe ich ein spezielles Verfahren angewendet, das als Präventivmaßnahme gegen etwaige Verfärbungen dienen sollte). Dies erleichtert später die Einrahmung des Wandbehangs. Ich hoffe, dass sie meine Reinigungs- und Konservierungsarbeiten für gut befinden”.

Nachdem der restaurierte Wandbehang angekommen ist, habe ich einen Holzrahmen – dem Original entsprechend – erstellen lassen. Darauf angebracht lassen sich die kleinen Stäbchen finden, die als Handtuchhalter dienen. Seitdem erwache ich jeden Morgen, wenn ich Kaffee koche, auf den Morgengruß meiner Uroma. (übers. NNM)

Wandbehang
Das Grab eines deutschen SoldatenKleine rote Lackschuhe

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