Tutyi (gestrickter Schuh oder Patschker)

  • Tulajdonos: Privateigentum
  • Használat ideje: in der Gegenwart

Sogar in den 60-er Jahren setzten sich Mädchen an den Winterabenden zusammen, um gemeinsam zu arbeiten und währenddessen sich zu unterhalten, miteinander zu quasseln. Jede hat verschiedene Handarbeit erledigt, wer was gerade hatte: es wurde Wolle gesponnen, Pullover gestrickt, oder eben rote, verzierte Tutyis gestrickt. Die verzierten hat man bei Festen, auf Hochzeiten getragen, aber auch schwarzen haben die Frauen gestrickt, nicht nur roten. Es gab auch welche, die keine Verzierung vorne hatten. Das die Mädchen sich zusammensetzten, war nicht nur deswegen gut, weil sie zusammen spannen und webten, sondern auch deshalb, weil die Jungs zu ihnen gehen konnten, um ihnen den Hof zu machen, oder eben sie zu ärgern. Es gab sechs-sieben Freundinnen, die jeden Abend abwechselnd bei einander waren.

Die Jungs gingen zu ihnen, mussten am Fester klopfen und sich zeigen, und die Mädchen entschieden sich. Wenn sie wollten, ließen sie uns rein, wenn nicht, gingen wir weiter. Vor mehr als 60 Jahren, in den 50-er Jahren, in meiner Jugend gingen wir so zueinander. Es gab aber auch ein Mädchen, das das verzierte Vorderteil des Tutyis nicht hingekriegt hat. Sie nahm ein Muster von zu Hause mit, sie versuchte das zu kopieren, aber irgendetwas ging immer schief. Also sie tat nur so, als ob sie arbeitete. Und was sie am Abend bei anderen strickte, trennte sie tagsüber zu Hause wieder auf. Das wussten wir deshalb, weil sie immer an derselben Stelle strickte, egal, wann wir kamen. Wir beobachteten das auch scharf: gestern hatte sie soundso viel, hat sie heute genauso viel? Die anderen fingen schon längst an, etwas Anderes zu machen, sie plagte sich noch immer mit derselben Stelle. Einer meiner Freunde – er lebt nicht mehr – setzte sich neben das Mädchen, unterhielt sie, und als sie das Strickzeug hinlegte und nicht aufpasste, klaute er das Tutyi und trat darauf. Damals war der Boden meistens festgetretene Erde, das Tutyi wurde dreckig. Man musste es immer wieder waschen. Es war schon verblichen und fusselig wegen des ständigen Waschens, aber sie strickte noch immer daran. Es ist nicht einfach, so ein Tutyi zu stricken, aber wir amüsierten uns herrlich über das arme Mädchen. Wenn sie das nicht konnte, warum tat sie so, als ob sie arbeitete? Das Tutyi war eine schöne, aber auch eine praktische Mode. Meine Frau kam als kleines Mädchen aus einem Bauernhof in die Schule. Sie hatte zwar ordentliche Schuhe, aber im Winter froren ihre Füße in den Schuhen. Sie nahm ihr Tutyi, stopfte es mit Zeitungspapier aus, es hielt die Wärme viel besser als der Schuh. Einmal in Budapest, auf dem Margit-Ring – wir waren schon verheiratet – tauschte meine Frau ihren Schuh gegen ihr Tutyi aus, weil ihre Füße in dem Stöckelschuh schmerzten. Eine fremde Frau, die uns entgegenkam, erkannte das Muster und fragte uns, ob wir aus Hartau kämen. Wir waren sehr überrascht, als sie sagte, dass sie am Tutyi erkannte, woher wir in die Hauptstadt kamen. So klein ist die Welt. (Anonymus, übers. NNM)

Tutyi (gestrickter Schuh oder Patschker)
WandbehangZwei Statuen

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